Tough Mudder (oder besser: Tough Muddis)

Gestern stand wieder ein längerer Lauf bei mir an, irgendwas zwischen zwölf und 15 Kilometer wollte ich hinterher auf der Uhr haben. Und weil allein laufen über eine längere Distanz schnell mal langweilig werden kann, hab ich eine Freundin gefragt, ob sie mitkommen wollte. Wollte sie. Meine geplante Strecke war für sie als Leichtathletik-Trainerin des örtlichen Sportvereins und erfahrene Wettkampfläuferin ohnehin ein Klacks.

Schon seit Tagen hatte es ununterbrochen geregnet und der Wald war arg matschig. Wir hielten uns also lieber an die Hauptwege, auf denen ging es (einigermaßen) mit den Pfützen. Bei unserem Lauf stand zu Beginn die grobe Richtung fest, aber bereits nach einer halben Stunde entschieden wir uns an jeder Gabelung spontan, wo wir weiterlaufen wollten. Die Strecke war letztendlich auch egal, viel wichtiger war, dass wir die ganze Zeit sabbeln konnten. Unter anderem ging es um den Fisherman’s Friend StrongmanRun 2015 am Nürburgring (für den meine Laufbegleitung noch zwei Tickets ergattern konnte). Vor lauter Gequatsche bemerkten wir dabei gar nicht, dass wir von den gekiesten Hauptwegen abgekommen waren. Erst als ich voll im Matsch landete und eisiges Wasser meinen Schuh flutete, fiel mir auf, dass wir gerade unseren eigenen „Tough Mudder“ – oder zumindest eine Light-light-light-Variante davon – absolvierten.

Glücklicherweise wird Wasser im Schuh ja schnell warm und es „quatscht“ dann nur noch. Unglücklicherweise sollte das aber nicht die letzte Matschpfütze sein, die ich voll erwischte (wir hatten noch ein paar Kilometer bis nach Hause). Mit dem Sabbeln war dann auch erst mal Pause, wir mussten uns echt konzentrieren, um nicht bei jedem Schritt voll ins Wasser zu patschen.

Nach über 15 Kilometern waren wir wieder zurück, die Klamotten mussten noch vor der Haustür runter, sie waren total verdreckt. Ärgerlicherweise hatte ich auch noch meine Lieblingslaufschuhe angehabt – ich hoffe, meine Boosts haben nicht wirklich unter der Matsch-Packung gelitten, ich will sie nämlich noch im Mai bei meinem Halbmarathon-Debüt in Kassel tragen. Wie auch immer: Ich war stolz auf uns zwei „Tough Muddis“! Und auf unseren unerwartet anstrengenden Modderlauf, der trotzdem tierisch Spaß gemacht hat.

Sieht wesentlich weniger spektakulär aus, als es sich angefühlt hat

 

Ein Gedanke zu „Tough Mudder (oder besser: Tough Muddis)

  • 15. Januar 2015 um 8:40 pm
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    Tough MuddiNr.2 ist nur glücklich, daß ihre neuen, pinkfarbenen Asics seid diesem Lauf, nicht mehr als brandneu erkannt werden, sondern eher mit dem Ausdruck von „na, die haben wohl auch ihre Zeit gehabt…!“, beäugt werden.
    Während des Laufs, drängte sich mir natürlich die Frage auf, warum ich sooooo viel Geld für einen Lauf durch Schlamm und Dreck bezahlen soll, noch dazu 500 km entfernt?? Keine Ahnung, was mich da geritten hat….Tough Muddi Nr.1 erklärte es mir mit den Worten, das es wohl so eine Art Jagdinstinkt gewesen sein musste, der mein Gehirn ausschaltete, als ich nach den letzten Plätzen von 15000(!!!!) herjagte.
    Auf der anderen Seite ,ich fands schon schön so völlig verdreckt und glücklich nach Hause zu kommen. Stellt sich nur die Frage ob mit noch mehr Dreck auch die Freude steigt.
    Ich werde es sehen!

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