Leipzig Halbmarathon, 19. April

Typisch Aprilwetter: Es war echt frisch und ich dankbar für meinen schicken Poncho
Typisch Aprilwetter: Es war echt frisch und ich dankbar für meinen schicken Poncho

21,1 km  •  2:01:36 h

Laufen kann Spaß bringen, muss es aber nicht! Diese leidvolle Erfahrung habe ich beim Leipzig Halbmarathon gemacht.

Eigentlich fing alles gut an. Schon lange im Voraus hatten wir den Halbmarathon in Leipzig gebucht und dementsprechend genug Zeit fürs Training. Das war gut gelaufen und ich so richtig auf den Punkt fit. Die Anreise am Tag vor dem „großen Tag“ lief easy-peasy, kein Stau auf der Strecke von Hamburg nach Leipzig, das Abholen der Startunterlagen klappte auch problemlos und das Hotel lag super.

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Blau, blau, blau ist die Tartanbahn …

Am Morgen vorm Lauf schnell noch petit déjeuner bei der goldenen Möwe, dann mit der Straßenbahn zum Veranstaltungsgelände. Dort begann die große Warterei, denn diesmal waren wir richtig zu früh da. Ich weiß gar nicht mehr, warum. Wahrscheinlich hatte ich mal wieder Panik, dass irgendwas dazwischenkommt und einen extragroßen Zeitpuffer eingeplant.

 

Startschuss zu meinem zweiten Halbmarathon

Immerhin saßen wir im Warmen, denn wie von der Wettervorhersage angekündigt begann es auch noch zu schneien. Nicht doll-doll, aber auf keinen Fall das Traumwetter, um zwei Stunden draußen rumzuflitzen. Nach dem gründlichen Abchecken der Outfits der anderen Läufer und ein paar mal Naserausstrecken zum Temperaturfühlen hatte ich mich entschieden: lange, nicht zu warme Lauftight, Langarmshirt mit extralangen Ärmeln (dann brauch ich schon keine Handschuhe), Laufweste und Mütze (wer weiß, was da alles noch vom Himmel kommt). Aber hurra, rechtzeitig zum Einlaufen kam die Sonne durch, und der Start erfolgte, wenn auch ohne Sonnenschein, dann zumindest im Trockenen. Wir hatten uns vorher überlegt, uns dem 1:59-h-Pacer anzuschließen, aber in dem Gewimmel im Startblock konnten wir ihn nicht finden. Nach ’ner Viertelstunde laufen hatten wir ihn und seine Gruppe aber eingesammelt und beschlossen, uns da dranzuhängen.

Kurze Zeit später fing dann mein Bauch an zu grummeln, so ein bisschen … Macht nichts, der meldet sich öfter mal, das ignoriere ich einfach. Wenig später ließ er sich aber nicht mehr ignorieren, aus dem Grummeln wurden Krämpfe. Ätzend, das hatte ich zum letzten Mal vor Jahren beim Rykä-Frauenlauf in Hamburg. Damals musste ich aber nur 10 Kilometer durchhalten, diesmal lagen noch mehr als 15 vor mir. Glücklicherweise flauten die Krämpfe irgendwann wieder ab – leider nicht für lange. In dem Moment wäre ich echt dankbar für ein Dixie-Klo gewesen, aber ich schwöre, ich habe auf der gesamten Strecke kein einziges gesehen. Im Nachhinein kann ich mir nicht vorstellen, dass da nirgendwo eins rumstand, aber ich habe nichts mehr mitbekommen. Genausowenig von der Gegend, durch die wir gelaufen sind. Eigentlich wollte ich auch ein bisschen Sightrunning machen, aber immer, wenn mein Mann mich auf etwas Sehenswertes hinwies, habe ich ihn nur angeblafft. Ich war vermutlich nicht gerade die angenehmste Laufbegleitung. Den Pacer haben wir dann auch irgendwann ziehen lassen. Damit die Grummelei nicht schlimmer wurde, habe ich auch kein Wasser mehr getrunken, obwohl ich wie verrückt geschwitzt habe, denn inzwischen kam immer öfter die Sonne durch und ich war definitiv zu warm angezogen.

Im Ziel – und doch noch nicht fertig mit Laufen

Ohne Worte ...
Ohne Worte

Ich war so, so glücklich, als sich das Ziel endlich näherte. Ich dachte, jetzt hab ich die Quälerei gleich hinter mir. Nach dem Zielbogen sind wir abgebogen Richtung Sportwissenschaftliche Fakultät, um schnell an unsere Sachen zu kommen. Was wir nicht wussten: Wir hätten rechts herum abbiegen müssen. Da waren nämlich die Wasserstände. Nach links war es zwar kürzer, aber es gab nichts zu trinken und bis zur Kleideraufbewahrung war es gefühlt noch einmal ein Kilometer. Endlich hatte ich meine Tasche. Und Sprudel. Und einen Energieriegel. Und dann die Dusche – herrlich!

Am Abend nach einer ordentlichen Mahlzeit mit viel warmem Essen ging es mir wieder gut und ich konnte mich über unsere Zeit freuen. Immerhin 4:22 Minuten schneller als bei unserem ersten Halbmarathon auf Usedom im September 2015. Ich habe aber keine Ahnung, warum es mir diesmal so schlecht gegangen ist. Vermutlich gab es viele Gründe: zu warm angezogen, falsches Frühstück, zu schnell gewesen, zu wenig getrunken … Oder aber: einfach nur blöd gelaufen!

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