Fun Runs

 

18. Juni 2016 – HSH Nordbank Run, Hamburg

Kollegial durch Hafen-City, Speicherstadt & Baakenhafen

Auf die Teilnehmer des sommerlichen Firmenlaufs in der Hafen-City war ich in den Vorjahren immer etwas neidisch. Vier Kilometer in Gesellschaft Tausender – im Kreise gleichgesinnter Kollegen samt Kind und Kegel – durch Hamburgs maritimes Vorzeigeviertel zu „cruisen“, ganz ohne Zeit- und Platzierungsdruck, das hat schon was.

Dieses Jahr konnte auch ich endlich mal mitmachen – und zwar im Team meines neuen Arbeitgebers, eines namhaften Pharma-Unternehmens aus dem südlichen Schleswig-Holstein. Rund 30 Kollegen, von denen man einige aus den sensiblen Arbeitsbereichen nur in ihrer schneeweißen Arbeitsmontur und mit Hygienehauben kannte, kamen vor Ort am Überseequartier zusammen. Ein absolut ungewohntes Bild, aber alle erkannten sich wieder und machten schon beim Rumstehen und Quatschen eine hervorragende Figur in ihren Sport-Outfits.

Gruppenfoto ohne Chef

Vom Treffpunkt ging’s zur Startzone an der Kaikante bei den Kreuzfahrt-Anlegern. Vor uns waren schon etliche andere Firmengruppen im Minutentakt gestartet, sodass die Hafen-City zu jenem Zeitpunkt bereits einem einzigen großen Läufermeer glich. Insgesamt waren’s dieses Jahr 830 Teams mit 24.000 TeilnehmerInnen. Dann Aufstellung zum Gruppenfoto – allerdings ohne den Chef, der etwas länger im Umkleidebereich benötigte und deshalb vorübergehend den Anschluss verloren hatte.

Nach kurzer Wartezeit in der Startschleuse und einer netten Vorstellung unserer Firma durch Ex-„Sat1 ran“-Moderator Lou Richter ertönte ein Schiffshorn als Startsound. Mittlerweile hatte auch der Chef wieder zu uns gefunden und begab sich in vorderster Reihe auf die Piste. Die führte uns von der Hafen-City am Rande der historischen Speicherstadt entlang zum neu entstehenden Baakenhafen und zurück zum Cruise Center an der Kaikante.

Am Ende kamen mein älterer Sohn (10), der mich anfangs eher widerwillig begleitete, und ich bei rund 28 Minuten ins Ziel. Eine passable Zeit für ihn bzw. sein Alter, zumal er sonst nur BMX und Scooter fährt. Als er dann im Zielbereich kostenlose Müsliriegel und sein Finisher-Shirt bekam, war’s ganz okay für ihn, doch mitgelaufen zu sein. „Können wir nächstes Jahr wieder machen, Papa!“

155.000 Euro für die Kinderhilfe

Sportlich gesehen war die Veranstaltung unterm Strich für einen ambitionierten Freizeitläufer keine Hürde, 4000 Meter mit „Dabeisein ist alles“-Charakter sind eben nur ein sehr kurzes, wenig forderndes Vergnügen. Aber das war ja auch nicht der Anspruch des „HSH Nordbank Run“ – es ging darum, sich als Firma zu präsentieren, auch mal außerhalb des Arbeitsbereichs gemeinsam etwas zu leisten bzw. Spaß zu haben. Und nicht zuletzt um den Spendeneffekt, denn ein großer Teil der Einnahmen, rund 155.000 Euro, kommt dem Hilfsprojekt Kids in die Clubs zugute.

Für mich persönlich war diese Veranstaltung eine willkommene, entspannende Abwechslung zu den „ernsthaften“ Rennen der Laufsaison, in denen es ja immer gegeneinander und um Sekunden geht. Und obendrein eine seltene Gelegenheit, auch mal gemeinsam mit einem meiner Söhne an einem offiziellen Lauf-Event teilzunehmen.

 

24. Januar 2016 – Berlin Sightseeing Run

12 Kilometer auf der klassischen Touristen-Route

„Berlin, Berlin! Wir fahren nach Berlin!“ Dieser Klassiker des Fan-Gesangs im DFB-Pokal galt endlich auch mal wieder für Frau Run-with-me und mich. Allerdings ging’s bei uns nicht um Fußball, sondern um einen erlebnisreichen Kurztrip mit läuferischer Sightseeing-Einlage.

Bei der Fahrt über die A24 früh morgens sah’s zunächst nicht so aus, als würden wir wie gewohnt einfach mal schnell „durchrutschen“. Heftiger Schneefall in der Nacht zuvor hatte für schwierige Straßenverhältnisse gesorgt. Mehrfach wurde die Autobahn vor uns von zwei nebeneinander fahrenden Schneepflügen der Straßenmeistereien geräumt. Überholen war nicht. Das langsame Tempo der Räumfahrzeuge sorgte dann natürlich für Rückstaus. Aber irgendwann waren wir schließlich da, ohne wirklich großen Zeitverlust.

In Berlin sah’s an unserem Anreisetag leider nicht viel anders aus – überall Schnee und vereiste Flächen auf den Bürgersteigen. Also kürzten wir unseren Laufplan um den Samstagnachmittags-Run. In der Hoffnung auf einen besseren Sonntagmorgen. Und tatsächlich: Über Nacht war jedes Fitzelchen Schnee verschwunden. Alles wieder frei und plötzlich fünf Grad warm! Nur noch patschnass war’s durch das Abtauen.

Also Klamotten an und raus. Vom Hotel ging’s direkt zum Fuße des „Alex“-Fernsehturms, von dort über die Luisen-Insel und den „Unter den Linden“-Boulevard zum Brandenburger Tor. Kurzer Fotostopp für run-with-me.de, dann weiter auf der „Straße des 17. Juni“ zur Siegessäule. Wieder eine Foto-Session und ab zum Potsdamer Platz/Sony Center. Von dort zum Checkpoint Charlie, teils an einem alten Mauerstreifen entlang, Am Checkpoint gewährten uns die als Military Police verkleideten Laiendarsteller in ihren historischen Uniformen einen eigentlich kostenpflichtigen Schnappschuss, obwohl wir kein Geld dabei hatten. Ich konnte wahlweise mit meiner TomTom-Laufuhr oder mit 20 Liegestützen „bezahlen“. War klar, was ich wählte.

Rund drei Kilometer später waren wir wieder am Hotel. Unser Sightseeing Run, den wir vorher nicht vermessen, sondern nur geschätzt hatten, kam auf insgesamt 12 Kilometer. Eine abwechslungsreiche Strecke, auf der man diverse altbekannte Hauptattraktionen Berlins ganz anders erlebt als bei einer entsprechenden Fahrt im Auto oder Stadtrundfahrtbus. Beim nächsten Mal werden wir dieselbe Strecke noch mal laufen, dann allerdings „etwas sportlicher“ auf Zeit, ohne Fotostopps.

 

25. Juli 2015 – 24. Vattenfall City Night – Berlin

Den Ku’damm rauf und runter

Det war voll knorke, weeste! Loofen uff’n Ku’damm is echt een Alebnis.

Zum zweiten Mal nahm ich an der „Vattenfall City Nacht“ – der großartigen Abendveranstaltung mit tausenden Läufern, Inline-Skatern und Walkern auf dem Kurfürstendamm – teil. Diesmal allerdings als Pacemaker für meine Frau (Betreiberin dieses Blogs), die hier zum ersten Mal aktiv mitmachte. Wie im Jahr zuvor hatten wir allerbestes Sommerwetter, was die Temperaturen (26 Grad) anging. Doch just zum Start unseres 5-Kilometer-Laufs zog Tief „Zeljko“ auf, das unterwegs für ein paar kräftige Böen sorgte.

Mit uns auf der schnurgeraden, ebenmäßig flachen Wendepunktstrecke waren rund 200 männliche und 400 weibliche Teilnehmer. Das simple Ziel meiner Frau für diesen Lauf: persönliche Bestzeit schaffen. Auf dem ersten Kilometer stotterte ihr Motor noch etwas, aber bis zum Wendepunkt lief er dann rund. Auf dem Rückweg wurden wir bis Kilometer 3,5 kontinuierlich schneller und hielten das Tempo bis ins Ziel.

Noch schnell abklatschen mit dem pelzigen „City Night“-Maskottchen, das auf der Ziellinie wartete, und dann auf die Uhr geschaut: 24.47 Minuten – Mission accomplished, Bestzeit! Aber da war noch mehr drin. Nächstes Jahr, wenn sie die Strecke kennt und weiß, wie der Hase auf’m Ku’damm läuft, wird sie auf jeden Fall unter 24 Minuten bleiben.

 

12. Juni 2015 – Brooks Run Happy Tour 2015 – Hamburg

Vom Oberhafen in die Innenstadt und zurück • 10 km • 400 LäuferInnen

Unweit der Vorzeige-Boulevards von Hamburgs hanseatisch-stylisher HafenCity gibt es an der Stockmeyerstraße, im sogenannten Oberhafen, noch ein paar alte Lagerhallen in Reihenbauweise, die der allgemeinen Quartiers-Modernisierung bislang nicht zum Opfer gefallen sind. Ich kannte dieses tolle Areal bereits von einigen Besuchen in der Scarecrow-Skatehalle, die letztes Jahr vorübergehend in einem dieser Gebäude untergebracht war. Oftmals werden dort auch Filmaufnahmen gemacht, wenn eine Retro-Kulisse für den rauen, harten Hafenkosmos gebraucht wird.

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Unübersehbarer Wegweiser zum Startpunkt im Oberhafen

Genau dorthin, mit Halle 424 als Treffpunkt, rief Laufschuhhersteller Brooks Mitte Juni zum „Run Happy“-Event. „Kein Startgeld, keine Zeitnahme, keine Pokale, kein Papperlapapp“, waren die Schlagwörter, mit denen Brooks den Fun-Run-Charakter dieser Veranstaltung unterstreichen wollte. Mehr als 400 Leute kamen ab 18 Uhr rund um den Brooks-Tour-Truck, der Gratis-Shirts ausspuckte und leihweise Laufschuhmodelle anbot, zusammen. Natürlich hatte die Brooks-Crew den Auftrag, das Ganze möglichst hip und guerilla-mäßig rüberkommen zu lassen. Nach einer dementsprechenden Megaphon-Ansage ging die Läuferhorde bestens gelaunt um 19 Uhr auf die Strecke. Die war zuvor nicht bekannt gegeben worden und führte zunächst in die HafenCity, dann zu den Elbbrücken, von dort am Großmarkt entlang zurück zum Oberhafen. Mehrere hundert Meter lang zog sich der eindrucksvolle Tross in engeren Passagen.

 

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Im „Run Happy“-Truck gab’s T-Shirts for free und Laufschuhe zum Testen

Ohne Pause folgte die zweite Schleife gen Innenstadt. Dort legten wir kurzerhand für einige Minuten den Verkehr lahm, als die Mönckebergstraße in Richtung Jungfernstieg gekreuzt werden musste, um den Rathausplatz zu erreichen. Anschließend ging’s mit großem Gejohle entlang eines Alsterfleets mitten durch die Außenbereiche mehrerer Restaurants, nur Zentimeter an den Tischen der Gäste vorbei. Die meisten ließen die „Show“ klaglos über sich ergehen, manche klatschten oder johlten sogar mit. Schnell näherte sich die Läuferspitze der Speicherstadt, der schmucken, historischen Vorderreihe der jungen, modernen HafenCity. Am international bekannten „Miniatur Wunderland“ vorbei, über schwimmende Ponton-Anleger hinweg und beim imposanten „Prototyp“-Automuseum auf die Zielgerade – das war der letzte Teil der rund zehn Kilometer langen Strecke, die wir ganz gemütlich in etwas über einer Stunde zurücklegten. Bei Würstchen und Bier für lau wurde dann rund um den Truck noch ein bisschen Steh-Paadie gemacht.

 

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Die beiden jüngsten Teilnehmer (9, 6 J.) liefen zwei der zehn Kilometer mit

Sportlich gesehen war der Lauf nicht weiter relevant, aber genau darum ging’s bei diesem „Run Happy“-Event ja auch nicht. Keine Zeitnahme, keine Pokale … – remember? Spaß am stressfreien Laufen in großer Gesellschaft, Freude an der tollen Streckenführung und Spannung beim Verkehrlahmlegen hatten mit Sicherheit nahezu alle Teilnehmer. Wer genau deswegen Teil des Events sein wollte, kam voll auf seine Kosten. Für Rennen auf Zeit und gegen andere gibt’s fast jedes Wochenende in und um Hamburg genug andere Möglichkeiten. Für Brooks war diese Veranstaltung natürlich ein reines Werbe- und Image-Ding, für die Teilnehmer aber eine gelungene Abwechslung im Lauf- bzw. Jogging-Alltag abseits der altbekannten Pfade. Kann man gut mal mitnehmen, so einen abendlichen Wochenend-Spaßlauf.