Läufe 2016

++RESÜMEE++

Meine diesjährige Lauf-Saison war eigentlich gar keine. Standen 2015 noch 15 Starts zu Buche, trat ich 2016 nur fünf Mal an. Im Nachhinein eine etwas enttäuschende Bilanz, doch zumindest waren meine wenigen Teilnahmen, mit Ausnahme des Leipzig-Halbmarathons im April, recht erfolgreich, was Zeiten und Platzierungen betrifft. Auch der Spaßfaktor im Sinne von „Dabeisein ist alles“ kam dank des Hafen-City-Firmenlaufs im Juni nicht zu kurz. Meine eigentlich ambitioniert geplanten Abschlussveranstaltungen für 2016 – der Worthing 10K und der Hastings Parkrun, beide im Oktober in Südengland – musste ich allerdings unerwartet sausen lassen. Dieser also eher ernüchternden Lauf-Saison steht andererseits die neu entdeckte Lust am BMXen gegenüber (siehe Text Cross-Training). Die vielen Stunden auf dem Bike möchte ich nicht missen. Fazit: Dies Jahr war’s dann eben so, ist nicht mehr zu ändern. Fertig. Mein Plan für 2017: rund zehn Volksläufe mitrennen.

 

• 6. März – Resolution Run Manchester/UK – 5 km / Bericht

• 24. April – Halbmarathon Leipzig – 21 km / Bericht

• 1. Mai – Trittau Run – 5,7 km / Bericht

• 18. Juni – Hafen City Firmenlauf (Hamburg) – 4 km / Bericht

• 3. Juli – Spreehafenlauf Veddel (Hamburg) – 5 km / Bericht

• 24. September – Gesundheitslauf Hamburg – 5 km / Bericht

 

24. September – Gesundheitslauf Hamburg

5 km • Asphalt/Parkwege • 21.01 min./2. Platz (1. M45)

Am Montag spontan im Internet nach Volkslaufterminen fürs anstehende Wochenende gesucht, am Dienstag dann, nach gründlicher Sondierung, den „Gesundheitslauf“ gebucht.

Ich wollte ein Rennen quasi vor der Haustür mit 5-Kilometer-Distanz in einem mir halbwegs bekannten Umfeld. Genau das bot der „Gesundheitslauf“, organisiert von der SKH Stadtteilklinik Hamburg. Angesagt waren 5000 Meter auf einem Rundkurs durch den Stadtpark. Passte, Bingo!

Statt einer Antrittsgebühr sollte man bei der Anmeldung einen freiwilligen, selbst bestimmten Betrag auf ein Spendenkonto überweisen. Prima Idee. Mit dem Geld gefördert wurde die Lohfert Stiftung*. Unterstützung bekam das Event unter anderem vom Hamburger Rugby-Verband, der seine Anlage im Stadtpark, gleich neben der Open-air-Konzertbühne, als Start-/Zielbereich zur Verfügung stellte.

Leistungstest für Worthing

Zum Zeitpunkt der Anmeldung hatte ich mich nach einer (ein paar Wochen andauernden) Lustlos-Phase wieder halbwegs fit gemacht – sprich: ein paar Kilo abgenommen und die Kondition durch zahlreiche Ausdauerläufe verbessert. Mein mittelfristiges Ziel war die Teilnahme am Worthing Seafront 10k ein paar Wochen später, in den Herbstferien, in Südengland. Der „Gesundheitslauf“ sollte ein erster Test meines Leistungsstands auf dem Weg dorthin sein.

Zum Startschuss gegen 12.15 Uhr hatten sich rund 300 TeilnehmerInnen aller Altersklassen eingefunden. Ich ging das Rennen nicht ganz so schnell an wie sonst, weil ich mich eben noch nicht wieder richtig fit wähnte. Ich wollte lieber nach drei Kilometern, sofern ich dann noch Reserven hatte, einen Zahn zulegen.

Kaum waren wir aus der Startzone raus und auf dem ersten Stück außerhalb des Rugby-Geländes, war der Führende auch schon nicht mehr zu sehen. In einem Affentempo raste er durch den Stadtpark und riss die fünf Kilometer in rund 17.45 Minuten ab. Danach, auf Rang zwei, mit über drei Minuten Rückstand, folgte – ich. Auf dem ersten Kilometer hatte ich noch zwei „Mitläufer“ gehabt, doch die konnten bei meinem durchschnittlichen 4.20er-Pace nicht mithalten.

Viel schneller als erwartet

Am meisten überrascht von diesem Tempo (was sich beim Laufen gar nicht so schnell anfühlte), war ich selber. So gut drauf hatte ich mich im Vorfeld nicht eingeschätzt. Dazu kam die nicht ganz sooo starke Konkurrenz an diesem Tag. Normalerweise landet man bei einem Volkslauf mit 21:01 Minuten im unteren Bereich der Top 10, aber niemals auf dem zweiten Platz.

Fazit: Auf dieser Leistung lässt sich aufbauen. Die Schnelligkeit ist da, jetzt muss ich in den verbleibenden drei Wochen bis zum Worthing-Rennen noch die Ausdauer verbessern. Denn ich will/darf/kann auf den zehn Kilometern dort natürlich auf keinen Fall langsamer sein als letztes Jahr (44:45 min.). Immer dieser Stress beim Laufen. Fürchterlich. 😉

* Wesentliche Aufgabe der 2010 von Dr. Christoph Lohfert gegründeten Stiftung ist die Förderung von Methoden, die den Weg der Patienten in den Kliniken, die kommunikative Kultur und die Patientensicherheit im klinischen Betrieb nachhaltig verbessern.

 

Laufen & BMXen – mein neues Cross-Training

 

Erstens kommt es anders. Und zweitens, als man denkt. Diese etwas schräg formulierte Weisheit trifft voll und ganz auf meine diesjährige Laufsaison zu. Geplant war, für die nahezu gleiche Anzahl an Rennen zu melden wie noch 2015, und dabei sogar den einen oder anderen Halbmarathon mitzunehmen. Aber Pustekuchen!

Doch nicht etwa Faulheit oder akute Bocklosigkeit (wie noch beim Veddel-Lauf) sind die Gründe für meine aktuell schmale Laufliste. Nein, ganz im Gegenteil: Eine andere Sportart hält mich derzeit etwas vom Laufen ab – und zwar das BMX-Fahren.

Anfang April, bei einem der zahlreichen Besuche mit meinen Söhnen im Skatepark Hamburg-Wilhelmsburg, wo die beiden immer mit ihren Scootern rumdüsen, hatte ich es irgendwie satt, nur so dazusitzen und zuzusehen. Diese zwei, drei Stunden wollte auch ich sportlich nutzen. Allerdings nicht mit dem Scooter, sondern mit dem BMX.

Enormer Spaßfaktor

Also eine Woche später in der iPunkt-Skatehalle an der Sievekingsallee ein Leihrad genommen und die ersten Meter gefahren. Kam gut. Schnell kristallisierte sich heraus, dass ich ein eigenes Bike wollte, um überall und jederzeit fahren zu können. Ende April hatte ich dann eines – einen so genannten Freecoaster (Marke: Sunday), bei dem sich die Pedalen beim Rückwärtsfahren nicht mitdrehen.

Mittlerweile bin ich mit dem guten Stück auf BMX-Anlagen in Lübeck, Hamburg, Berlin (Mellowpark), Bremen (Überseestadt), Hannover, Braunschweig (Why O’Land), Kassel (Mr. Wilson), Marseille (Palais Omnisports) und Toulon gefahren (demnächst folgen Eastbourne, Brighton, Hastings). Meine Fähigkeiten haben sich dabei stetig zufriedenstellend weiterentwickelt – und der Spaßfaktor ist enorm. So enorm, dass ich eben viel weniger Volksläufe mitmache als noch 2015, weil ich so viele Tage, speziell am Wochenende, auf dem Rad sitze.

Oberschenkel à la Ironman

Oder besser: stehe. Denn beim BMXen steht man die ganze Fahrt über. Was anfangs tierisch auf die Oberschenkel geht, sie aber natürlich auch „stählt“. Was wiederum dem Laufen zugutekommt. Mit keinem anderen Training kannst du, meiner Meinung nach, deine Oberschenkel schneller fit machen als mit dem BMX-Fahren. Ein prima Cross-Training sozusagen, das in meinem Fall zumindest in körperlicher Hinsicht voll aufgegangen ist.

Nun muss ich es nur noch schaffen, mein „sportliches Zeit-Management“ zu verbessern bzw. ausgewogener zu gestalten, damit ich mich wieder mehr auf zwei Beinen fortbewege und somit auch lauftechnisch etwas habe von meinen neuen, Ironman-mäßigen BMX-Oberschenkeln.

 

3. Juli – 4. Spreehafenlauf Veddel

Wettkampfpause für mich. Kein Veddel-Lauf dieses Jahr. Aus reiner Bocklosigkeit!

Konnte mich nicht motivieren. Keine Chance. Obwohl ich dort in den letzten beiden Jahren über die 5-km-Distanz auf dem Deich-Rundkurs gute Ergebnisse erzielt hatte (siehe Läufe 2015 und 2014). Obwohl ich mich derzeit körperlich sehr fit fühle, obwohl mein nächstes Rennen dann erst wieder Ende Juli ansteht und letztes, aber wichtigstes Obwohl: der Veddel-Lauf diesmal gar nicht auf der Veddel stattfand, sondern ein paar Kilometer weiter im schicken Wilhelmsburger Inselpark! Die Veranstalter hatten vergessen, bei den Behörden fristgerecht ein paar Anträge einzureichen und mussten das Rennen deshalb örtlich verlegen.

Aber wie gesagt: totale Bocklosigkeit. Hat mein Sohn mir geraten, diese Umschreibung zu gebrauchen. „Alter, das trifft es ganz genau. Alles andere wäre Drumherumgelaber. Schreib ,keinen Bock‘!“ Okay, danke, mein lieber Fünftklässler. Hast den Einstieg dieses Textes gerettet.

Veddeler Königsdisziplin in Wilhelmsburg

Trotz meiner Faulheit (dieses Wort trifft es auch ganz gut, aber tatsächlich nicht ganz genau) war unser Familienname am Ende doch noch in den Ergebnislisten zu finden. Denn Frau Run-with-me hatte sich ein paar Tage vor der Veranstaltung noch online angemeldet. Aus einer Laune heraus. Der Freude am Laufsport wegen und so weiter. Also das genaue Gegenteil zu meiner Null-Bock-Stimmung. Die 12-km-Distanz hatte sie gebucht. Ihr Spaß an der Sache sorgte dafür, dass sie die Veddeler „Königsdisziplin“ mit Bravour bewältigte. Am Ausweichort in Wilhelmsburg wurde die Strecke in vier 3-km-Runden gelaufen.

Die eigentliche Streckenführung auf der Veddel hatte ich immer als unangenehm empfunden, trotz all des Wassers und des Hamburger Retro-Hafen-Chics – manche Stellen wären bestens geeignet als Kulissen für Krimis bzw. die „Großstadtrevier“-Serie. Aber die vier kurzen, schnellen Runden in Wilhelmsburg wären genau das Richtige für mich gewesen. Fürs Auge und die Stimmung ist der Inselpark eine tolle Location: Die Strecke führt einen vorbei an hübschen Grünanlagen, einem Skatepark, einer großen Kletterhalle, Beach-Soccer-Feldern, einer kombinierten Sport- und Schwimmhalle sowie an diversen architektonisch futuristischen Gebäuden.

Platz 19 für die running blogger mum

Frau Run-with-me legte inmitten dieser beflügelnden Szenerie einen prima Lauf hin: Knapp 16 Minuten brauchte sie pro Runde, kam bei 1:03 Stunden ins Ziel und damit in die Top 20 der Frauen. Gute Leistung, Respekt! Auch wenn sie selbst nicht ganz zufrieden war. Sie hatte dichter an die 60-Minuten-Marke ran gewollt.

Mit ihrem Lauf hat sie mir vorgemacht, was ich ja eigentlich auch so gerne tue: den inneren Schweinehund besiegen, die Sache bis zur Erschöpfung durchziehen, besser sein als die meisten anderen und für die gute Leistung durch Zeit und Platzierung belohnt werden (und vielleicht noch mit ‘nem Glas Honig wie letztes Jahr in Mölln).

Als Frau Run-with-me ihre Urkunde ausdrucken ließ, dachte ich so bei mir: „Sch…, hättest du mal doch mitgemacht.“ Vor Ort hatte ich plötzlich voll Bock gekriegt.

 

1. Mai – Trittau Run

5,7 km • Asphalt/Waldwege • 24.40 min./6. Platz (1. M45)

trittau

„Trittau Run“ – Heimspiel vor eigener Kulisse. Wo man geht und steht bekannte Gesichter. Im Publikum als Zuschauer sowie auf der Strecke als Kontrahenten. Da packt einen natürlich der Ehrgeiz, sofern man etwas ambitioniert ist und gute Zeiten laufen will.

Nach dem Halbmarathon eine Woche zuvor in Leipzig wählte ich nun wieder die Kurzstrecke über 5,7 Kilometer. Und das war gut so, denn ich hatte mich nur ganz schlecht regeneriert in den sechs Tagen. Alles tat noch weh. Trotzdem wollte ich das Rennen vom Start weg schnell angehen, um den Großteil des Läufertrosses rasch hinter mir zu lassen und Kontakt zur Spitzengruppe zu halten.

Das klappte auch prima – bis Kilometer zwei. Da fingen meine doch noch stark „gebrauchten“ Oberschenkel an zu brennen. Glücklicherweise lag ich da schon an 6. Stelle und wusste, dass ich mein Tempo nur halten musste, um diese Platzierung bis zum Ziel zu behaupten. Mein ärgster Verfolger, ein ehemaliger Teamkollege vom Fußball vor zig Jahren, war da schon deutlich zurückgefallen.

24.40 auf Kassenbon

Vor mir, in Sichtweite, rannten vier Jugendliche einer Laufgemeinschaft aus dem Nachbarort, die schon beim Vorgänger des „Trittau Run“, dem „Trittau bewegt sich“-Lauf, die ersten Plätze unter sich ausgemacht hatten, sowie ein älterer Konkurrent aus der M60(!)-Klasse. Alle fünf waren für mich an diesem Tag uneinholbar, und so gab ich mich mit Platz sechs und einer relativ guten 24er-Zeit für knapp sechs Kilometer zufrieden. Vor dem Rennen wollte ich mindestens in den Top 15 landen – das hatte ich also locker geschafft. Ein schönes Erfolgserlebnis vor eben jener heimischen Kulisse. Frau Run-with-me, die ebenfalls über 5,7 Kilometer am Start war, gewann ihre Altersklasse M40, wurde 5. der Frauen und 24. insgesamt.

Im Zielbereich wartete dann noch eine kleine Überraschung auf uns Läufer: Man konnte seine Startnummer in einen Computer eingeben und bekam in Sekundenschnelle einen Ausdruck im Kassenbonformat, auf dem unter anderem die eigene Zeit und die Platzierungen (gesamt und Altersklasse) zu finden waren. Das sparte die Warterei auf die offiziellen Ausdrucke an der Ergebniswand. Ein toller Service, den ich so noch nie bei einem anderen Volkslauf gesehen habe.

 

24. April – Halbmarathon Leipzig

21 km • Asphalt • 2.01:38 Std./1.331. Platz (171. M45)

Ich weiß, ich weiß – keine gute Zeit und eine unterirdische Platzierung. Aber diesmal ging’s nicht um Minuten oder ein fulminates Finish. Diesmal war einfach nur Mitlaufen angesagt.

Leipzig. Deutsch-deutsche Geschichte im Überfluss. Heute eine moderne City mit historischen Bauten, aber auch noch mit reichlich DDR-Retro-Chic. Sachsen at its best, sofern man diese Mischung mag. Ende April fand dort auf den Straßen rund ums Stadtzentrum zum 40. Mal der Marathon statt. Und wir, Frau Run-with-me und ich, waren dabei.

Der „Marathon-Campus“ war in den altehrwürdigen Gebäuden der Leipziger Sport-Uni an der Jahnallee untergebracht. Imposante Location mit einem Schuss 70er-Ost-Flair und dem immer noch spürbaren Hauch der DDR-Sport-Historie. In Sichtweite das krasse Gegenteil: die „Red Bull“-Arena vom örtlichen Retorten-Fußballclub. Vor dessen Toren befand sich der Start- und Zielbereich.

Die Lok riss es raus

Als wir dort eintrudelten, drängten sich schon aberhunderte LäuferInnen in der ewig langen Startzone. Und ebenso viele Marathonis waren bereits seit zwei Stunden unterwegs – sie mussten unseren 21-Kilometer-Kurs zwei Mal laufen (eine Vorstellung, die mir später im Ziel echtes Grausen bereitete).

Vom Start weg folgten wir, wie rund 30 weitere Teilnehmer, dem Zugläufer mit dem roten „1:59“-Shirt. Und trudelten am Ende aufgrund von zwei Stopps an den zahlreichen Wasserstellen zwei Minuten später im Ziel ein. Dazwischen lag eine objektiv gesehen abwechslungsreiche, aber subjektiv irgendwie nicht wirklich beeindruckende Strecke rund um die City. Mein persönliches Highlight als Kind der 80er und Fußballfan: am Stadion des (heute sportlich leider bedeutungslosen) Traditionsclubs 1. FC Lokomotive Leipzig vorbeizulaufen.

Kaffee gut, alles gut

Körperlich war ich auf den letzten Metern, trotz unseres „gemütlichen“ Laufs, ziemlich angeschlagen (und brauchte bis zum Abend des nächsten Tages, um wieder schmerzfrei zu sein). Frau Run-with-me ging’s ähnlich. Ab Kilometer 15 dachte ich nur noch daran, später schön bei Dunkin’ Donuts im Hauptbahnhof zu sitzen, mir ’nen Vanilla Coffee reinzuziehen und ’ne 6er-Box wegzuputzen. Vom Laufen hatte ich da echt schon die Schnauze voll. Eine neue Erfahrung, das kannte ich bisher so nicht. Glücklicherweise klappte das mit D’D wie geplant – so behielt der Leipzig-Halbmarathon sozusagen doch noch einen guten Beigeschmack für mich.

 

6. März – Manchester/UK – Resolution Run

5 km • Asphalt/Parkwege • 21.50 min/2. Platz

Meine Lauf-Saison 2016 begann so, wie die letztjährige geendet hatte: mit einem Rennen in England. War’s im Oktober ein 10-km-Event auf einer Strandpromenade an der Südküste, ging’s diesmal fünf Kilometer durch den hügeligen Park einer Metropole im Nordwesten.

Manchester, Heimatstadt von ManU und Oasis, war das Ziel eines spontanen City-Trips Anfang März anlässlich des 44. Geburtstags von Frau Run-with-me. In der Vergangenheit waren wir bereits mit den Kids dort, diesmal alleine. Das gab uns die Möglichkeit, gemeinsam an einer Lauf-Veranstaltung teilzunehmen.

Die Wahl fiel auf den „Resolution Run“, einen Spendenlauf zugunsten der Schlaganfall-Forschung, veranstaltet von der Stroke Association. Events dieser Serie gibt es landesweit über’s Jahr verteilt. Der in Manchester fand im Heaton Park, nördlich der City, statt. 5, 10 oder 15 Kilometer standen zur Wahl.

Denmark statt Germany

Für 15 Pfund Stirling (ca. 20 €) und eine freiwillige Spende konnte man am Rennen teilnehmen. Dafür gab’s unter anderem ein Funktionsshirt mit Stroke-Aufdruck und eine Medaille. Die Startunterlagen sollten vorab per Post zugestellt werden. Blöd nur, dass der Veranstalter unseren Umschlag irrtümlich erst mal nach Dänemark schickte. Am Tag vor unserem Abflug kam die Sendung dann aber doch noch bei uns an.

Treffpunkt im Heaton Park – mit 240 Hektar eine der größten Anlagen ihrer Art in Großbritannien – war an der Heaton Hall, einem historischen Bau aus dem 18. Jahrhundert. Tolle Kulisse für eine Sportveranstaltung! Die Starts der drei Distanzen mit rund 300 TeilnehmerInnen gingen fließend im Abstand von je 30 Sekunden hintereinander weg, beginnend mit der 15-km-Gruppe.

Schließlich ertönte die Sirene auch für uns 5er. Frau Run-with-me und ich wollten weiter vorne mitlaufen und in unserem ersten offiziellen Rennen der Saison einfach eine ordentliche Zeit schaffen. Darüber hinaus hatten wir im Vorfeld keine Ambitionen. Bereits nach 1.000 Metern lagen wir allerdings schon an Position zwei und drei. Nur ein 15-jähriger einheimischer Bursche, der gleich beim Start abging wie ’ne Rakete, war vor uns.

Gute Platzierung, mäßige Zeit

Und so blieb’s bis zum Schluss. Nach fünf hügeligen Kilometern lief ich als Zweiter durch’s Ziel, kurz darauf kam auch Frau Run-with-me rein – und zwar als Erste der Frauen! Fast ein german Doppelsieg in good old England. Wobei ich zwei Dinge zugeben muss: Die Konkurrenz, bei Männern wie Frauen, war lange nicht so stark wie zum Beispiel beim Parkrun und gegen den jungen Burschen hatte ich an diesem Tag keine Chance auf den Gesamtsieg. Mit meinen eher mäßigen 21.50 Minuten hätte ich bei einer „etwas sportlicheren“ Veranstaltung vermutlich die Top 15 erreicht beziehungsweise die Top 3 meiner Altersklasse, mehr nicht. Aber die Saison ist ja noch jung …

Nichtsdestotrotz war der „Resolution Run“ das Highlight dieses rundum gelungenen City-Trips nach Manchester. Mal sehen, ob wir im nächsten Jahr dort wieder an den Start gehen. Frau Run-with-me, als Titelträgerin 2016, wäre dazu eigentlich geradezu verpflichtet.