Der Yoga-Seufzer

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Besser laufen durch Yoga – wie man schnell wieder zu Atem kommt, wenn man völlig außer Puste ist

 

Manche Sportler, Profis wie Freizeitler, haben ja so ihre Macken. Ich auch: Ich seufze. Beim Laufen. Laut! Genau drei Mal hintereinander. Und zwar immer, wenn’s gerade besonders anstrengend ist.

Früher tat ich’s nur, wenn ich allein unterwegs war, doch inzwischen hab ich sämtliche Hemmungen verloren. Sogar bei Laufveranstaltungen – umgeben von vielen Fremden – halte ich mich nicht mehr zurück und seufze, was das Zeug hält (und somit weithin vernehmbar). Denn: Je lauter und intensiver ich das tue, desto befreiender fühlt es sich an.

Was sich für meine Mitläufer befremdlich anhören mag, hat einen tatsächlichen und von mir beabsichtigten Nutzen: Speziell beim Bergtraining gerate ich ziemlich außer Puste. Wenn ich auf der Kuppe angekommen bin, habe ich oft das Gefühl, dass ich gar nicht so viel Luft kriege, wie ich bräuchte. Deshalb habe ich mir eine Atemtechnik vom Yoga geklaut: Man atmet durch die Nase lange und vor allem tief in den Bauch hinein und lässt dann die Luft mit einem tönenden, seufzenden „Hhhaaa“ langsam wieder entweichen. Und das Ganze eben am besten drei Mal hintereinander. Sofort danach hat sich meine Atemfrequenz meist wieder so weit reguliert, dass ich nicht kurz Tempo rausnehmen muss.

Beim Yoga-Unterricht ist das Ganze überhaupt nicht weiter peinlich, weil alle anderen gleichzeitig genauso rumseufzen. Im Wald – am besten noch mit  Spaziergängern als Publikum – oder beim Wettkampf zwischen Läufern und Zuschauern allerdings schon etwas skurril. „Mein Gott, was hat die denn jetzt?“, wird sich wohl schon so mancher irritiert gefragt haben. Egal, mir hilft’s und meine Laufleistung verbessert sich dadurch.

Und jetzt seid Ihr dran: Probiert’s doch mal selbst aus. Lasst alle Hemmungen fallen, wenn Ihr während des Laufs einen Punkt erreicht, an dem Ihr richtig alle seid – und seufzt! Okay, für den Anfang nur, falls gerade niemand in der Nähe ist. Auch ohne Publikum ist es zuerst schwer genug, das rauszulassen. Aber es bringt was, sofern man sich darauf einlässt und es richtig durchzieht.