Eat & Run

Ich lese total gern Läufer-Biografien – und liebe Kochbücher! Jetzt habe ich das perfekte Buch für mich gefunden: „Eat & Run“ von Scott Jurek. Eine tolle Melange aus beidem, besser geht’s für meinen Geschmack nicht 😛

Eat – Tipps & Rezepte

Als Ultraläufer und langjähriger Veganer berichtet Jurek von seinen sportlichen Erfahrungen und schreibt über seine Ernährung. Knapp 40 Rezepte steuert er gleich mit bei. Das Besondere daran ist, dass alle auf Läufer zugeschnitten sind: So gibt es z. B. ein Rezept für Reishappen (Onigiri, S. 24), die er als ideale Rennverpflegung empfiehlt: „Reis kühlt nämlich den Körper – das ist gerade in heißem Klima […] sinnvoll. Er liefert jede Menge Kohlenhydrate, ist dabei aber nicht süß. Und Reis ist weich und leicht verdaulich. Die Algen enthalten außerdem reichlich Elektrolyte.“ Ehrensache, dass ich diese Profi-Happen gleich „nachgekocht“ habe. Zwar nicht als Rennverpflegung (bei 5-Kilometer-Rennen ja auch nicht wirklich nötig), aber statt Pasta-Party kommen die auch ziemlich gut!
Beim Lesen habe ich noch viele weitere Post-its ins Buch geklebt, weil ich die Rezepte unbedingt ausprobieren wollte. Bis jetzt gab es schon den Linsen-Pilz-Burger (S. 43; extrem lecker!), selbst gemachte Reismilch (S. 33; nicht so mein Fall) und den Erdbeer-Smoothie gegen Entzündungen (S. 238; kann ich auch gut ohne Entzündungen trinken). Glücklicherweise warten noch weitere Post-its auf mich: Chili sin Carne, Oliven-Hummus-Geländewrap und Indonesischer Krautsalat sind meine nächsten „Projekte“. Eigentlich würde ich mir ein ganzes Kochbuch für Läufer von diesem Mann wünschen 🙂

Run – Abenteuer & Emotionen

Scott Jureks Karriere als Ultraläufer ist unglaublich spannend, sein Buch darüber fesselnd geschrieben. Er schildert sein Training, seine Freundschaften mit anderen Läufern und natürlich seine Teilnahme an zahlreichen Ultramarathons. Gleich extrem packend beginnt er mit einem Bericht über seinen Badwater-Ultramarathon 2005. Man fühlt fast mit ihm, wenn sein Körper im unsäglich heißen Death Valley scheinbar zu kochen anfängt und er mit dem Gedanken spielt aufzugeben, weil er die Hitze einfach nicht mehr erträgt. Und man bewundert ihn, wenn er dann trotzdem weiterläuft, sogar den ersten Platz schafft und dabei noch einen Streckenrekord aufstellt.
Interessant für mich war auch das Kapitel „Schon wieder diese Typen?“. Es handelt vom Copper Canyon Ultramarathon 2006. Darüber hatte ich schon ausführlich in Christopher McDougalls Buch „Born to Run“ gelesen, aber total vergessen, dass auch Jurek einer der wenigen Läufer war, die an diesem Rennen teilgenommen hatten. Super, zwei Perspektiven ein- und derselben Veranstaltung: So was hat man nicht oft. Das ist ein bisschen so, als ob man alte Bekannte wiedertrifft.

Manchmal will man nicht, dass Bücher enden. „Eat & Run“ ist so eins. Ich hätte ewig weiterlesen können. Deshalb habe ich nach der Lektüre, sozusagen zum Ausklang, bei YouTube gestöbert und mir gleich noch ein paar Videos über Scott Jurek angeschaut. Dort gibt es viel Material – sowohl übers Laufen als auch übers Kochen. Damit bin ich bestimmt noch ein Weilchen beschäftigt …

Eat & Run: Mein ungewöhnlicher Weg als veganer Ultramarathon-Läufer an die Weltspitze
Scott Jurek, Steve Friedman
Südwest Verlag 2014
ISBN: 978-3-517-08970-6