Laufbuch

Silberner Einband, schwarzer Druck und die Schrift in einem Beerenton – das gefällt mir, das muss ich haben! So wie sich das Laufbuch rein optisch von den anderen Sportbüchern abhebt, so sehr unterscheidet es sich auch inhaltlich von ihnen. Es handelt sich nicht um einen klassischen Ratgeber, sondern vielmehr um eine Sammlung kürzerer Abhandlungen rund ums Laufen. Dass die nicht immer ganz bierernst gemeint sind, zeigt schon die Wahl einiger Kapitel: High sein, Fliegen fischen, einen Kampfhund wiederbeleben oder Laufschuhe selber basteln.

Neben diesen Themen finden sich aber auch zahlreiche andere mit wirklich hohem Informationswert. Wissenswertes wird hier mit viel Humor erklärt. Beispielsweise kann man unter „Schuhe binden“ nachlesen, wie viele unterschiedliche Methoden es gibt, einen bombenfesten Knoten zu binden. Aufgepeppt werden diese praktischen Tipps mit unterhaltsamen Zusatzinfos: So erfährt man nebenbei noch, welche Spitzenläufer diese Techniken augenscheinlich nicht kannten. Sie mussten während eines Wettkampfes teilweise mehrfach anhalten und ihre Schnürsenkel neu binden.

Das Laufbuch kann man klassisch von vorne nach hinten durchlesen, man muss es aber nicht. Das Buch ist definitiv anders und ich stöbere immer wieder gern darin und entdecke dabei jedes Mal etwas Neues.

Für mich ist es ein Buch, das man eigentlich jedem Läufer schenken kann. Es ist inhaltlich so breit gefächert, dass meiner Meinung nach jeder darin etwas findet, das ihn anspricht.

 

Laufbuch

Martin Grüning, Jochen Temsch, Urs Weber

Süddeutsche Zeitung Edition 2012

ISBN: 978-3-86615-974-7