Berlin 2015

Vattenfall City-Nacht, 25. Juli

Volle Kanne anstrengend, die zweite Hälfte des Laufs! Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: eine neue PB mit 24,47 min für 5 km
Volle Kanne anstrengend, die zweite Hälfte des Laufs! Aber das Ergebnis kann sich sehen lassen: eine neue PB mit 24,47 min für 5 km

PB aufm Ku’damm

Mein Mann feiert seinen Geburtstag am liebsten aufm Kurfürstendamm in Berlin, aber nicht etwa in den Clubs und Bars, sondern bei der „Vattenfall City Nacht“ – dem Volkslauf mitten auf der bekanntesten Einkaufsmeile unserer Hauptstadt. Der Veranstaltungstermin Ende Juli liegt immer um seinen Geburtstag, sodass wir das Event gerne mit einem mehrtägigen Berlin-Ausflug verbinden.

Dieses Jahr sollte auch ich zum ersten Mal mitlaufen. Schließlich hatte mir mein Mann oft genug den Mund wässrig gemacht, wie toll – und vor allem schnell – die Strecke sei. Jetzt wollte ich meine letzte offizielle 5-Kilometer-PB von vor vier Jahren endlich mal verbessern. Zumal ich in letzter Zeit schon mehrfach bei 5-Kilometer-Läufen angetreten war und derzeit richtig gut im Training auf dieser Distanz bin. Zusätzliches Plus: Mein Mann hatte sich als Begleiter und Fotograf angeboten. Damit stand das Projekt „neue PB“.

Fest stand auch, dass vor dem Lauf ordentlich geshoppt werden durfte – natürlich Laufklamotten. Erst im Designer Outlet an der B5/Wustermark, 20 Minuten von Berlin-City entfernt, dann zum neuen Decathlon am Alexanderplatz und schließlich ganz klassisch Karstadt Sport am Ku’damm (wo man übrigens auf der Dachterrasse die Startunterlagen abholen musste). Meine Ausbeute: eine ¾-Tight, zwei Shirts, ein Top 😛 Diesmal gab’s die Belohnung für die Lauferei quasi schon mal vorweg.

Dann wurde es Zeit: 19 Uhr, umziehen. 19.15 Uhr, Abflug ausm Hotel. Dabei die rund 800 Meter bis zur Startzone am Fuße der Gedächtniskirche gleich zum Einlaufen nutzen. Läuft geschmeidig, erste Zuversicht stellt sich bei mir ein: könnte klappen mit der PB. 19.35 Uhr, im Startbereich vorsichtig nach vorne schieben, damit das Überholen langsamerer Teilnehmer nicht zu viel Kraft und Zeit kostet. 19.45 Uhr, Startschuss!

Bei fünf Kilometern ist klar: Ich muss von Anfang an richtig aufs Gas drücken. Glücklicherweise muss ich mich tatsächlich nicht an allzu vielen Läufern vorbeischlängeln, meine Startposition war genau richtig – recht schnell hab ich mich „freigelaufen“. Eigentlich will ich während des Rennes auch ein bisschen Sightseeing machen und den Trubel am Streckenrand beobachten, aber nix is. Zwar hab ich unendlich viel Kraft in den Beinen, doch die Luft ist überraschend knapp. Mist! Das strengt mich total an und ich schaue erst mal nur stumpf auf den Boden, um mich zu konzentrieren.

Endlich ist der erste Kilometer um. Meine Garmin zeigt mir eine Pace von 4.55 min/km. Holla, viel schneller als gedacht! Das Tempo erklärt dann auch meine Luftprobleme. So fix bin ich ganz selten unterwegs. Egal, einfach weitermachen. Dann wird es ’ne gute Zeit. Der Weg zum Wendepunkt zieht sich. Mein Mann sprintet derweilen zum Fotografieren öfter mal vor, lässt sich dann für neue Motive zurückfallen und schließt wieder auf. Aber der läuft die 5 Kilometer ja auch in rund 20.30 Minuten, wenn er gut drauf ist, da macht ihm mein Tempo nicht viel aus. In regelmäßigen Abständen sorgen Cheerleader, Trommler und Bands am Streckenrand für Stimmung – das motiviert mich und macht alles gleich ein bisschen leichter.

Dann endlich der Wendepunkt – Halbzeit, jetzt kann ich rückwärts zählen. Den Wasserstand lass ich links liegen, dauert ja nicht mehr lange bis ins Ziel. Meine Pace bleibt weiterhin bei 5.00 min/km. Damit ist klar: durchhalten bis zum Ziel und die angestrebte PB ist geschafft. Von der zweiten Hälfte des Laufs krieg ich dann nicht mehr viel mit, was das Drumherum betrifft – ich bin zu sehr mit Luftholen beschäftigt. Als wir auf Höhe unseres Hotels sind, wo wir noch vor einer Stunde von oben aus dem Fenster runter auf die Rennstrecke geguckt hatten, weiß ich: Gleich hab ich’s gepackt. „Kannst du das Tempo noch mal anziehen?“, fragt mein Mann von der Seite, um auf dem letzten Stückchen das Letzte aus mir rauszuholen. „NEIN, kann ich nicht!“, knurre ich – und gebe Gas 😀 Irgendwie geht ja doch immer noch was, wenn auch nur ein kleines bisschen.

Der Beweis: meine neue persönliche Bestzeit!
Der Beweis: meine neue persönliche Bestzeit!

Der Zielbogen: 25.54 Minuten brutto zeigt die offizielle Uhr. Jetzt unbedingt meine Garmin stoppen, denn ich bin ohne offizielle Zeitnahme/Chip unterwegs. Auf dem Display sehe ich für mich unfassbare 24.47 Minuten! Hurra!! Die alte PB weit, weit unterboten – so schnell war ich bisher nie!!! Gleich hinter der Ziellinie gibt’s ’ne Teilnahme-Urkunde. Noch ein wenig Finisher-Luft im lang gezogenen Zielbereich schnuppern, dann zügig zurück zum Hotel, denn mittlerweile ist Sturmtief „Zeljko“ über Berlin hereingebrochen.

Geduscht und herbstlich angezogen machten wir uns später trotzdem noch mal auf in die Berliner Nacht, bummelten den Ku’damm entlang bis zum Dunkin’ Donuts hinterm Europa Center und gönnten uns eine süße, klebrige Belohnung. Nicht optimale Sportlernahrung, aber extrem lecker 😛