Rykä Frauenlauf, 9. August

Einlaufen auf der Jahnkampfbahn im Hamburger Stadtpark
Einlaufen auf der Jahnkampfbahn im Hamburger Stadtpark

 

Finale mit Bauchgrummeln

 

Ich brauchte einen 10-km-Lauf, möglichst einfach zu erreichen und bitte mit viel Schatten, wir hatten schließlich Hochsommer! Es sollte ein Testlauf sein für das Airport Race (16 km) in Hamburg einen guten Monat später. Da kam mir der Rykä-Frauenlauf im Hamburger Stadtpark sehr gelegen. Der Startschuss sollte auch erst um 16 Uhr fallen, also durfte ich sogar ausschlafen. Perfekt!

Oder doch nicht? Marmeladentoast zum Frühstück hält vermutlich nicht lange genug vor. Da musste noch ein bisschen mehr rein! Also Nudeln um 12 Uhr, das sollte reichen. Und dazu ordentlich Pesto, lecker! Bis um 16 Uhr sollte mich das nicht mehr belasten. Dachte ich …

Anschließend in die Laufklamotten, Tasche packen und ab die Post Richtung Jahnkampfbahn, dem Frauenlauf-Veranstaltungsort. Wie immer waren wir zu früh dran, doch zur Belohnung gab’s einen Parkplatz direkt am Ziel (eine Stunde später war allerdings immer noch genug frei).

Okay, erst mal das Gelände checken: Wo sind die Umkleiden, die Kleiderbeutel-Aufbewahrung und – ganz wichtig – die Toiletten? Um 15 Uhr starteten die 3,5-km-Läuferinnen, eine willkommene Abwechslung in der nicht enden wollenden Wartezeit. Am Veranstaltungstag geht es mir immer wie kleinen Kindern an Weihnachten: Die Zeit bis zum Start/zur Bescherung zieht sich wie Kaugummi. 15.30 Uhr: Jetzt konnte ich mich mal so langsam warm machen. Einlaufen auf der Jahnkampfbahn – zu Füßen des berühmten Planetariums. Das hatte was. Fanden auch meine beiden Jungs, denn sie liefen eine Runde nach der anderen mit mir – und dann ohne mich weiter, während ich darauf wartete, dass ich loslegen durfte.

Der Streckenplan
Der Streckenplan

15.50 Uhr: Endlich, ab in den Startbereich. Nach zehn schier endlosen Minuten fiel der Startschuss, und wir düsten los. Drei Runden à 3,5 km lagen nun vor mir, in der ersten wollte ich mir die Strecke einprägen, in der zweiten ordentlich Gas geben und in der dritten einen Kilometer vorm Ziel alles rausholen, was drin war. Die erste Runde verlief auch wie geplant, allerdings war ich zu warm angezogen, statt für ein
T-Shirt hätte ich mich für ein Top entscheiden sollen … Mir wurde immer wärmer. Und dann fing auch noch mein Bauch an zu grummeln und zu krampfen, dabei war ich noch gar nicht beim maximalen Renntempo angelangt. Hilfe, was ging denn jetzt ab? Das war mir seit über zehn Jahren nicht mehr passiert! Das würde jetzt also sehr, sehr anstrengend werden. Wenn gar nichts mehr ging, konnte ich zur Not ja auch abbrechen, redete ich mir gut zu. Aber schneller als erwartet tauchte der Start-/Zielbereich vor mir auf. Puh, 3,5 km hatte ich also bereits geschafft. Noch ’ne Runde ging auf jeden Fall, aber Tempo anziehen hob ich mich doch lieber für die letzte auf. Wieso liefen alle denn auf einmal durch die Büsche? In der ersten Runde sind wir doch irgendwie anders gelaufen? Aber die Markierung auf dem Boden führte da durch … Kurz die Läuferin neben mir gefragt, auch sie zeigte sich verwirrt. Egal, was alle machten, konnte nicht falsch sein, wir also hinterher! Kurz drauf befanden wir uns auch wieder auf befestigten Wegen und alles war gut. Nur mein Magen nicht. Boah, war das ätzend! Warum tat ich mir das bloß an? Seltsamerweise frage ich mich das jedes Mal bei solchen Läufen und melde mich trotzdem immer wieder für welche an 😉 Aber jetzt hatte ich schon mehr als die Hälfte hinter mir, da würde ich den Rest ja wohl auch noch schaffen.

Yesss! Schon zwei Runden geschafft!

Hurra, nur noch eine Runde lag vor mir, aber schneller werden war definitiv nicht drin. Jetzt hieß es nur noch ankommen. Irgendwie ging auch diese letzte Runde vorbei. Die Musik vom Ziel war schon zu hören, dann konnte ich es sehen. Was für eine Erleichterung, endlich geschafft! Jetzt nur noch ab in die Büsche, für den Fall, dass ich spucken musste. Aber ein freundlicher Helfer schob mich kurzerhand Richtung Zielverpflegung. Na ja, wenn er meinte. Dann spuckte ich halt nicht und nahm mir lieber einen Becher Wasser. Der blieb glücklicherweise auch drin. Stolz auf mein Durchhaltevermögen konnte ich meine Urkunde in Empfang nehmen. Die Zeit war entsprechend schlecht, 55.20 min auf 10 km (die offizielle Nachvermessung hatte ergeben, dass es doch nur 10 km und nicht 10,5 km waren). Aber trotzdem war ich Dritte meiner Altersklasse geworden. Das steht zumindest auf meiner Urkunde. Laut Ergebnisliste im Internet bin ich nur Vierte – lustig.

Der Foto-Beweis: Dritte meiner Altersklasse
Zwar keine Bombenzeit, aber meine beste Platzierung 2014

Als Testlauf hatte mir die Veranstaltung nicht das gebracht, weswegen ich eigentlich teilgenommen hatte: eine realistische Zeit für 10 km unter Wettkampfbedingungen. Aber ich habe trotzdem viel gelernt. Ich werde nie wieder Nudeln mit Pesto vor Wettläufen essen und definitiv weniger zu Rennen anziehen, als ich es üblicherweise zum normalen Laufen tun würde!