Skyline-Run, 20. September

Respekt! In voller Montur den Berg hochzurennen, was für eine Leistung!
Respekt! In voller Montur den Berg hochzurennen, was für eine Leistung!

Ich traue meinen Augen nicht: 5 Feuerwehrleute in voller Montur inklusive Atemmaske traben den 3,2 km langen Rundweg zum Energieberg Georgswerder hoch – und zwar im Laufschritt. Mit 40 Metern ist diese Erhebung immerhin der höchste „Berg“ Hamburgs. Grund für diese „Quälerei“ ist der Skyline-Run, der 2015 zum dritten Mal stattfindet. Hierbei handelt es sich um einen Charity-Lauf, bei dem mit den dabei gesammelten Spendengeldern ein soziales Projekt auf der Elbinsel unterstützt wird.

Gleich ruft auch mich der Berg, denn ich habe mich für die mittlere Distanz beim Skyline-Run entschieden: 5,3 Kilometer heißt das, also anderthalb Mal den Berg bezwingen. Ich frage mich, wie ich diese Herausforderung wohl meistern werde, aber angesichts der schnaufenden Feuerwehrmänner, deren angestrengtes Luftholen durch die Atemmasken wie durch einen Verstärker zu hören ist, bin ich dankbar, dass ich bei diesem „Berglauf“ gleich direkt und ungefiltert nach Luft schnappen darf und nicht auf den Sauerstoff aus der Flasche angewiesen bin.

Start vom Skyline-Run 2015 über die 5,3-Kilometer-Distanz.
Start vom Skyline-Run 2015 über die 5,3-Kilometer-Distanz.

Mit ca. 40 Mitläufern stehe ich am Start. Namensgeber dieses Laufs ist die Hamburger Skyline: Seit 2013 verläuft um die Kuppe des ehemaligen Müllbergs der 900 Meter lange Horizontweg und bietet bei gutem Wetter eine herrliche Sicht auf die Hamburger Skyline. Mal sehen, ob wir Läufer gleich noch einen Blick dafür haben, wenn wir auf dem Steg um den Berg wetzen.
Aber erst einmal müssen wir starten: Ganz klassisch wird von 10 runtergezählt, dann knallt die Startklappe und wir rennen los: Auf Serpentinen erklimmen wir die erste Hälfte des Berges, dann dürfen wir 360 Grad um ihn rumlaufen. Von Erholung kann dabei aber auch keine Rede sein, wir kämpfen mit mächtig Gegenwind. Dementsprechend zieht sich das Läuferfeld weit auseinander. Begleitet wird mein schweres Atmen nur von dem langsamen Wusch-Wusch der drei riesigen Windräder, die die ehemalige Mülldeponie unter anderem erst in einen Energieberg verwandelt haben.

Nach der Runde geht es auf die zweite Hälfte der Serpentinen, durch die Besichtigung der Laufstrecke vorab weiß ich, dass ich mich bald auf die volle Höhe hochgeschraubt habe. Dann geht es den Horizontweg entlang, ich habe sogar ein Auge für den wirklich herrlichen Ausblick. Irritierend finde ich nur den Untergrund, die Metallbohlen des Steges nehmen meine Schritte federnd auf und schwingen zurück, fast fühlt es sich an, als ob man jedes Mal auf ein Sprungbrett tritt.

Geschafft, ich bin im Ziel. Beim Skyline-Run gibt es keine Medaille, sondern eine Laufmütze vom Sponsor.
Geschafft, ich bin im Ziel. Beim Skyline-Run gibt es keine Medaille, sondern eine Laufmütze vom Sponsor.

Das Ziel ist in Sicht, aber wir müssen vorher noch einmal abbiegen und den Berg wieder zur Hälfte runter. Letztes Jahr habe ich genau an dieser Stelle Longboarder bei ihrem Downhill-Rennen bewundert, jetzt lasse ich mich hier „runterrollen“. Dann same procedure as before: 360 Grad um den Berg rum, Serpentinen hoch und der Horizontweg zum Zweiten: Diesmal darf ich durchs Ziel laufen, und mal wieder vergesse ich dabei, meine Uhr zu stoppen. Ich schätze, meine Zeit liegt irgendwo bei 28 Minuten noch was, mal sehen, was die Ergebnisliste (18.25 min) sagt, wenn sie online ist.

Auf jeden Fall aber bin ich im Ziel noch viel, viel froher, dass ich nur in T-Shirt und Lauftight hier hochflitzen musste und nicht in voller Feuerwehrmontur!

Ich habe fertig! Jetzt gibt's das wohlverdiente Würstchen.
Ich habe fertig! Jetzt gibt’s das wohlverdiente Würstchen.