Hindernislauf (Reinbek), 13.6.

Auf geht‘s: Unser erster offizieller Lauf zu dritt! 2 Kilometer mit fünf Hindernissen liegen vor uns
Auf geht’s: unser erster offizieller Lauf zu dritt! Etwas mehr als zwei Kilometer mit fünf Hindernissen liegen vor uns

Die Sonne brutzelt auf unsere Köpfe, wir nutzen das kleinste bisschen Schatten, das wir finden können, nippen immer wieder an unseren Wasserbuddeln und warten auf den Startschuss …

Nein, wir sind nicht etwa in Florida oder sonstwo im sonnig-heißen Süden, sondern im lauschigen norddeutschen Reinbek, im Südosten Hamburgs – und zwar am wärmsten Vormittag des Junis. Die hiesige Turn- und Sportvereinigung (TSV) hatte anlässlich des 777-jährigen Stadtjubiläums zu einem Hindernislauf geladen.

Dank des Streckenplans waren wir genau informiert, was uns wo erwartet
Dank des Streckenplans waren wir genau darüber informiert, was uns wo erwartet

Rund um das Festgelände waren auf einer Streckenlänge von 2,1 Kilometern fünf kindgerechte Hindernisse aufgebaut, die es zu überwinden galt. Was aber auch zahlreiche Erwachsene nicht davon abhielt, bei dem Spaß mitzumachen. So wie mich. Erstmalig wollte ich gemeinsam mit meinen beiden Söhnen, 9 und 6 Jahre, an einem offiziellen Rennen teilnehmen – und diese Spaßveranstaltung mit Familiencharakter war perfekt dafür.
Etwa fünfzig große und kleine Leute hatten sich eingefunden, um den Parcours zu bewältigen. Im Abstand von wenigen Minuten wurden die einzelnen Läufergrüppchen auf den Weg geschickt. So gab es bei keinem der Hindernisse Stau. Jedes Team bekam sogar eine eigene Anmoderation und auch die letzten Sekunden wurden immer wieder aufs Neue laut und anfeuernd heruntergezählt – was für eine sympathische Aktion!

Das erste Hindernis, und schon hier wurde klar: Meinen Lütten fällt das wesentlich leichter als mir :-)
Die erste Schikane, und schon hier wurde klar: Meinen Lütten fällt das deutlich leichter als mir 

Derart motiviert starteten wir unsere Runde. Kurz geradeaus, dann linksrum und etwa 300 Meter bis zum ersten Hindernis: zwei Doppelreihen Reifen, durch die man wie beim Hüpfekästchen durchhoppeln musste. Ups, da war ich schon das erste Mal außer Atem. Als ich meinen Jungs auch noch „Hey, wartet auf mich!“ zurufen musste, war das Gelächter bei den Umstehenden groß. Nach weiteren 500 Metern kam ein Slalom-Abschnitt und anschließend musste ein Geländer überklettert werden. Mann, die hatten das echt auf Kindergröße angelegt (und das sollte ich nicht zum letzten Mal denken!). Meine kleinen Burschen sind wieselflink und wendig um die Pylonen geflitzt und über das Geländer gekrabbelt, während ich noch mit den engen Kurven und meinen langen Beinen beim Klettern kämpfte.
Dank Streckenplan wussten wir, dass jetzt ein „längerer“ Laufteil anstand, allerdings mit Wasserstation. Klar, die mussten wir mitnehmen. Mein Jüngster wollte als „angehender Profi“ bei seinem ersten offiziellen Rennen schließlich alles so machen wie die Großen. Also legten wir ein Päuschen ein, schnackten mit der netten Dame, tranken einen Schluck Selter und gingen gestärkt ins weitere Rennen.

Als Nächstes standen Hürden an: Etwa 20 von den Dingern, die Hürdenläufer auf der Bahn so elegant überspringen, waren da hintereinander aufgebaut. Hier war aber Drunterdurchkrabbeln die Parole. Alle auf die Knie – und weg waren meine Jungs! Denn ich blieb dauernd mit dem Hintern an den Stangen hängen, was natürlich auch jedes Mal laut schepperte 😳 Also, kurz mal bei den Lütten geluschert und deren Technik kopiert, damit ging es schon etwas schneller, wenn auch nicht leiser. Die Taktik haben wir dann auch geändert: Ich hab die Jungs vorausgeschickt und getönt, ich hol euch beim Laufen wieder ein.

Unser letztes Hindernis: Und man beachte den einheitlichen Dress! Die Teams sollten auch klamottentechnisch als solches erkennbar sein – ist uns gelungen, würde ich sagen
Letztes Hindernis Strohballen. Man beachte übrigens unseren einheitlichen Dress! Die Teams sollten auch klamottentechnisch als solche erkennbar sein – ist uns gelungen

Doch weit gefehlt, ohne mich flitzten die beiden wie die Raketen zu der Matschekuhle ohne Matsch (wegen der Trockenheit war es nur eine Staubkuhle) und weiter in Richtung Strohballen, unserem letzten Hindernis auf der Strecke. Gerade rechtzeitig kam ich da noch an, um die Barriere mit ihnen gemeinsam zu bezwingen  😉  Ich hechtete hinterher und anschließend ging es auf die letzten Meter. Auf der Zielgeraden gaben wir noch mal alles und wurden mit lautem Applaus in Empfang genommen.
Fünfter Platz in der Kategorie Familie, eine schicke Medaille und jede Menge Spaß waren das Ergebnis unseres Reinbeker Hindernisrennens.

Das kann sich sehen lassen: „Tough Mudder“ ist ein Dreck gegen uns ...
Das kann sich sehen lassen: „Tough Mudder“ ist ein Dreck gegen uns …
Stolz ohne Ende: So eine Medaille haben nicht viele
Voller Stolz können wir sagen: So eine Medaille haben nicht viele