Rykä Frauenlauf – 8. August

Mit der Startnummer 444 auf den vierten Platz gekommen – yeah!
Mit der Startnummer 444 auf den vierten Platz gekommen – yeah!

3,3 km  •  17, 04 min  •  5,10 min/km

Dieses Wochenende standen gleich zwei Läufe in und um Hamburg zur Auswahl. Der Rykä Frauenlauf im Hamburger Stadtpark und der Ladies Run in Lübeck. Beide Strecken war ich 2014 schon gelaufen, das half also nicht bei der Entscheidungsfindung.

Da Mitte der Woche mein Knie mal wieder rumgezickt hatte, habe ich einfach die allerkürzeste Strecke gewählt: die Sprintdistanz beim Rykä Frauenlauf, 3,3 Kilometer durch den Hamburger Stadtpark.

So kurz bin ich noch nie gelaufen, 5 Kilometer waren es zuletzt immer. Eigentlich liegen mir ja sogar mehr die längeren, langsameren Läufe, die eher Ausdauer verlangen. Wegen meiner ständig wiederkehrenden Knieschmerzen habe ich dieses Jahr aber nur an 5-Kilometer-Läufen teilgenommen – und sie inzwischen tatsächlich schätzen gelernt.

Jetzt sollten es also 3,3 Kilometer werden (im Angebot wären sonst noch 7,6 und 10, d. h. zwei- oder dreimal „meine Runde“ gewesen).

Um 15 Uhr sollte der Startschuss fallen, 14.15 Uhr waren wir vor Ort. Keine Schlange beim Nachmelden, super! Und ich hab auch noch eine klasse Startnummer bekommen: 444 für ein Rennen am 8.8. Mehr als super!

Einlaufen auf der Jahnkampfbahn – erst mal langsam machen
Einlaufen auf der Jahnkampfbahn – noch kann ich langsam machen

14.35 Uhr: Einlaufen auf der Jahnkampfbahn: erst eine Runde bummelig zum Ankommen, dann die nächsten in flottem Tempo, um schon mal ein Gefühl für die Geschwindigkeit im Rennen zu bekommen …

14.50 Uhr: Tasche abgeben und zum Start schlendern: Da die Walkerinnen vor uns gestartet waren und bereits die ersten den Start/Zielbereich durchquerten, um in die zweite Runde zu gehen, fand die Startaufstellung neben der Laufstrecke statt. „Wenn die nächste Lücke kommt, dann starten wir“, lautete die Ansage. Okay, alles klar, machen wir! „Da ist eine Lücke. Bitte aufstellen!“ Hoppla, kaum standen wir, fiel schon der Startschuss. Nix mit Runterzählen oder so. Glücklicherweise hatte ich den Finger an meiner Laufuhr (und sogar am richtigen Knopf), sodass ich die Zeit exakt mitstoppen konnte. Denn dieses Mal wollte ich voll auf Geschwindigkeit laufen, und dazu brauchte ich meine genaue Pace. Und eine Läuferin, an die ich mich hängen konnte 😉 Mögliche Kandidatinnen hatte ich mir schon vor dem Rennen ausgeguckt, jetzt hieß es dranhängen und vor allem dranbleiben. Das ist mir anfangs auch gut gelungen: 4.55 min/km. Damit war ich von der Pace her voll zufrieden. Überhaupt nicht zufrieden war ich mit meinen Beinen, die waren so unendlich schwer. Normalerweise kann ich mich voll auf die verlassen, sonst habe ich eher mit der Atmung Probleme. Die hatte ich heute auch, aber das kannte ich ja. Das spiegelte sich auch bei meinem zweiten Kilometer wider: 5.09 min/km. Ich wurde langsamer, Mist. Dabei hatte ich sogar meine „Pace-Makerin“ überholt. Und ich wurde noch langsamer: 5.32 min/km: voll der negative Split, sozusagen. Aber endlich, endlich passierte ich das 3-km-Schild und wusste, gleich ist es vorbei. 300 Meter noch, jetzt ein bisschen Tempo anziehen für den Endspurt. Da höre ich, wie sich die Läuferin hinter mir an mich ranschiebt, mich überholt und mich stehen lässt 🙁 Egal, vor mir liegt das Ziel, ich habe es gleich geschafft! Da höre ich die Sprecherin sagen: „Da kommen die Dritte und Vierte, Soundso und Tina.“ Die meint tatsächlich uns … und ich bin Vierte! Ich war noch nie Vierte! Kurz denke ich noch, Dritte wäre richtig klasse gewesen, aber wenn ich ehrlich bin, ich hätte meine Mitläuferin nur mit allergrößter Mühe einholen können. Also freue ich mich lieber über meine Platzierung und steuere den Wasserstand an. Dort gesellt sich auch mein Mann zu mir, und vier Becher später bin ich so weit, dass ich mir für 1 Euro meine Urkunde ausdrucken lasse. Dieses Ergebnis will ich unbedingt Schwarz auf Weiß haben. Später wird sich noch herausstellen, dass diese Entscheidung sehr klug war …

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„Sie schwitzen, Sie dürfen schon!“ So charmant wurde mir der Prosecco überreicht

Aber erst mal bekomme ich noch einen leckeren Prosecco auf Erdbeeren – alkoholfrei natürlich. Bei der Hitze und dem schweißtreibenden Lauf möchte ich nicht wissen, wie der gewirkt hätte, wäre er mit Alkohol gewesen. So war es definitiv der leckerste After-Race-Drink, den ich jemals zu mir genommen habe 😛

Meine tolle Platzierung habe ich den ganzen restlichen Tag noch gefeiert. Am Sonntag kam dann bei einem Blick in die Ergebnislisten allerdings auch schon die Ernüchterung: Da stehe ich als Fünfte!? Wie ist das denn möglich? Am Montag gab’s dann aber auf meine Anfrage gleich die Erklärung vom Sportservice Hamburg: Bei den längeren Läufen konnten sich die Frauen spontan entscheiden, ob sie evtl. ein oder sogar zwei Runden weniger laufen als ursprünglich geplant, sie wurden dann einfach in die Wertung des nächstkürzeren Laufs mit aufgenommen. Und so komme ich zu meinen zwei unterschiedlichen Urkunden und bin jetzt irgendwie Vierte und Fünfte …

Der Beweis: Ich bin Vierte!
Der Beweis: Ich bin Vierte!

Komisch ist allerdings, dass mir das Gleiche schon im Jahr davor passiert ist: Auf der Urkunde vor Ort bin ich Dritte meiner Altersklasse, im Internet Vierte. Aber dafür stimmt wenigstens die Gesamtplatzierung!

Bin mal gespannt, was 2016 passiert … Sollte ich mitlaufen, werde ich mir auf jeden Fall die Urkunde vor Ort ausdrucken lassen 😉