Worthing (UK) 2014

10k Fun Run, 21. Oktober 2014

 

Startnummernausgabe
Startnummernausgabe
Gleich geht's los
Gleich geht’s los
Worthing 2014, alle laufen
Worthing Seafront
Das Ziel ist in Sicht
Das Ziel ist in Sicht
Schnell noch die Fans grüßen
Schnell noch die Fans grüßen
Das Finisher-Shirt
Das Finisher-Shirt

 

Finale mit Sonnenbrand

Während der Herbstferien hat es uns auch dieses Jahr wieder nach Südengland in die Nähe von Brighton verschlagen. Und da ich gern mal alles ausprobiere, was es so an Laufveranstaltungen gibt, meldete ich mich für einen 10k Fun Run im Nachbarort Worthing an. Einzige Bedingung war: Der Starttermin durfte nicht zu früh liegen, schließlich ist ja Urlaub und das Ganze soll nicht in Stress ausarten … Mit 11 Uhr konnte ich gut leben und auch sonst stimmten die Rahmenbedingungen. Geringes Startgeld, malerische Laufstrecke ­– und T-Shirt und Medaille gab’s noch obendrauf!

Am Veranstaltungstag waren wir – wie immer überpünktlich – vor Ort. Machte aber nix, die netten Menschen von der Startnummernausgabe waren ebenfalls überpünktlich. Und dann hatten wir Zeit … und die nutzten wir … um den Start zu suchen. Denn Start war nicht gleich Ziel. Es war zwar eine Wendepunktstrecke, aber irgendwo fehlten noch 500 m. Das Rätselraten hätte ich mir sparen können, denn man traf sich schlauerweise am Ziel und ging gemeinsam zum Start – so einfach kann es manchmal sein!

Dort folgte noch ein kurzes Warm-up. Das örtliche Fitnessstudio rührte so die Werbetrommel. Dann hieß es, Aufstellung nehmen. … three, two, one und los! Endlich konnte ich die Aufregung loswerden, die sich in mir angestaut hatte. Wie immer suchte ich mir einen älteren Läufer als Tempomacher. Ich finde diese routinierten Senioren einfach fantastisch: Mit einer unglaublichen Ruhe halten sie ihr Tempo und lassen sich nicht von den anderen Läufern mitziehen. Ich dagegen habe auf dem ersten Kilometer immer ganz unruhige Beine, ich habe so viel Adrenalin in mir und muss aufpassen, dass ich nicht einfach wie doof lospresche. Nach und nach gesellten sich noch weitere Läufer zu uns und unser kleines Grüppchen schob sich beharrlich Richtung Wendepunkt. Doch das war schwerer als gedacht, denn wir hatten Gegenwind. Fiesen Gegenwind! Damit war klar, das würden harte 5 km werden. Ein Streckenposten wollte uns wohl aufmuntern und rief: Dafür wird der Rückweg umso einfacher! Recht hatte er – aber bis dahin dauerte es noch eine gefühlte Ewigkeit. Was für eine Erleichterung, als uns endlich die ersten schnellen Läufer entgegenkamen! Und da wir in England waren, hieß es ebenso wie im Straßenverkehr: links halten.

Ich hatte mich sehr auf die Strecke gefreut, in einem alten Seebad an der Promenade entlanglaufen, vorbei am historischen Pier und dabei die viktorianischen Häuserfronten bestaunen. So in etwa hatte ich mir das ausgemalt, aber weit gefehlt! Ich habe nur nach unten geschaut und mir den Takt angezählt. Normalerweise ist das ein Trick, den ich beim Berghochlaufen anwende. Ich zähle stumpf immer wieder im Takt meine Schritte von eins bis vier, bis ich oben bin, irgendwann dann. Aber Gegenwind ist ja auch ein bisschen wie Berghochlaufen, also hab ich 5 km lang immer wieder von eins bis vier gezählt. Und dann war er endlich da, der Wendepunkt. Von da an wurde tatsächlich alles einfacher und ich kam endlich zu meinem Sightseeing. Und zur einzigen Wasserstelle auf der Strecke. Die hatte ich auch dringend nötig, denn mein Kopf glühte mittlerweile. Hinterher kam heraus, ich hatte einen klitzekleinen Sonnenbrand. Aber wer rechnet schon damit – Ende Oktober in England?!

Die Sonntags-Spaziergänger feuerten uns freundlich an und bald näherte ich mich dem Ziel. Doch wo genau war eigentlich die Ziellinie, vorher hatte ich sie doch noch gesehen? In Knallgelb auf den Asphalt gemalt. Macht nichts, vermutlich war ich schon längst drübergelaufen … Anscheinend doch nicht, denn der Pulk Menschen vor mir gestikulierte ganz aufgeregt, also noch schnell einen Sprint einlegen und da war sie dann. Die Startnummer wurde gescannt, 54.19 min. Damit war ich die 31. Frau. Die Zeit war so lala, aber ich hatte mich auch nicht überanstrengt. Die Platzierung dagegen gefiel mir. Nächstes Jahr bin ich bestimmt wieder dabei, mit Sonnenschutz … Ende Oktober … in England …

Meine Medaille
Meine Medaille