Malmö 2014

Letztes Jahr Anfang August hatte es uns für ein paar Tage nach Malmö verschlagen – und dort entdeckte ich das Sightrunning für mich!

Da ich zu dem Zeitpunkt im Training für das Hamburger Airport Race (Mitte September, 16 km rund um den Flughafen Fuhlsbüttel) war, hatte ich meine Laufklamotten mitgenommen und mir im Internet (unter mapmyrun.com) eine grobe Strecke ausgeguckt. Zwei Sehenswürdigkeiten wollte ich mir dabei unbedingt erlaufen: den Turning Torso (ein in sich verdrehtes Hochhaus und höchster Wolkenkratzer Skandinaviens) und gleich nebenan den neuen Skatepark, der als einer der größten und modernsten Europas gilt. Beides befindet sich im westlichen Hafengebiet. Den Turning Torso kann man aufgrund seiner Höhe (190 m) nicht verfehlen, den Skatepark leider schon 😉 Dabei ist der sogar ausgeschildert, wie ich später, als wir mit dem Auto zurückkamen, noch feststellen konnte. Aber welcher Läufer guckt schon auf Verkehrsschilder …

Trotzdem war es insgesamt eine fantastische Runde, was an mehreren Faktoren lag. Zum einen hatte ich Malmö gefühlt für mich allein, da ich frühmorgens losgelaufen war. Ich musste mich also nicht auf Fußgänger oder den Verkehr konzentrieren, sondern konnte wirklich in der Gegend herumschauen. Zum anderen war die Luft total klar und frisch, obwohl es im Laufe des Tages noch sehr warm werden sollte. Obendrein bietet Malmö einen spannenden Kontrast zwischen den historischen Gebäuden der Innenstadt und der modernen Architektur rund um den Turning Torso. Die Gegend erinnerte mich sehr an unsere Hamburger HafenCity (ebenfalls ein modernes Wohn-/Arbeitsviertel direkt am Wasser).

Auf meiner Tour hatte ich lediglich einen Läufer getroffen, was aber an der Uhrzeit lag, denn als wir nach dem Frühstück ins Hafenviertel zurückkehrten, wimmelte es nur so von Läufern, Touristen, SUP-Yogis (SUP-Yoga = Yoga auf einem Surfbrett) und Pferden (!) – direkt am Meer fand tatsächlich ein groß angelegtes Reitturnier statt.

Dass ich Malmö laufend für mich entdecken konnte, war an sich schon super. Zusätzlich war es einer dieser besonderen Läufe, die man nie wieder vergisst, weil einfach alles gestimmt hat. Selbst heute, ein halbes Jahr später, weiß ich noch, wie mein Herz beim Loslaufen vor Aufregung gepocht, wie die Luft gerochen und wie sich der Wind auf meiner Haut angefühlt hat …