Trinkrucksack

ICH! HABE! EINEN! TRINKRUCKSACK! Und fĂŒhle mich jetzt voll wie die Profisportlerin 😉 Nie hĂ€tte ich vermutet, dass ich mir so ein Teil zulegen wĂŒrde, aaaber: In ein paar Monaten steht mein erster Halbmarathon an. Daher brauche ich so langsam eine Lösung, wie ich wĂ€hrenddessen Wasser zu mir nehmen kann – und zwar ohne dass ich mit MagenkrĂ€mpfen „belohnt“ werde. Bei meinem letzten lĂ€ngeren Rennen (Airport Race in HH, 16 km) war das Wasser, das ausgeschenkt wurde, gut gekĂŒhlt. Normalerweise total lecker, aber unter der Anstrengung bekam ich sofort MagenkrĂ€mpfe. Um das Problem zu umgehen, muss also lauwarmes Wasser her. Selbst ist die Frau, dachte ich mir, ich nehme einfach mein eigenes GetrĂ€nk mit. Also lieh ich mir zum Testen einen TrinkgĂŒrtel. Totale Katastrophe! Obwohl ich nicht superzierlich bin, standen die Flaschen an beiden Seiten ĂŒber, sodass ich stĂ€ndig mit den Ellbogen gegen die FlĂ€schchen stieß. Außerdem rutschte der Gurt munter von links nach rechts und hoch und runter. Und dann schwappte es auch noch fies bei jedem Schritt. Nach zehn Minuten war ich so genervt, dass das Experiment Trinkgurt damit fĂŒr immer beendet war. Mein neuer Trinkrucksack soll jetzt DIE Lösung sein. Bei meinem letzten Shoppingtrip zu Decathlon* fand ich sogar einen, der meinen Kriterien gerecht wurde: Er sitzt gut, bzw. lĂ€sst sich mehrfach justieren, und er hat kein Vermögen gekostet! Hin und her schwappen kann in der Trinkblase nix, weil man alle ĂŒberschĂŒssige Luft vorher rausdrĂŒckt (wie bei einer WĂ€rmflasche).

Gestern war Premiere. Ich habe mich mit meinem neuen Trinkrucksack in den Wald gewagt. Zwar habe ich mich fĂŒr meine 13 Kilometer ein bisschen overdressed gefĂŒhlt, aber irgendwann musste ich ihn ja ausprobieren. Außerdem rĂŒckt der 17. Mai immer nĂ€her (mein erster Halbmarathon und der Anlass, warum ich mir ĂŒberhaupt so ein Teil zugelegt habe.

Wasser einfĂŒllen, Trinkblase verschließen und verstauen und auch die SchlauchfĂŒhrung, alles ĂŒberhaupt kein Problem – intuitive Bedienung sozusagen. Rucksack aufziehen und festzurren, auch alles easy und dank 6 Verstellmöglichkeiten gut anpassbar. Er saß – wenn auch auf der engsten Stufe – echt gut, allerdings hatte ich mehrere Lagen an. Ich bin mir noch nicht sicher, wie er mir „passt“, wenn ich nur ein T-Shirt trage.

Beim Laufen selber merkt man zwar, dass man einen Mini-Rucksack trĂ€gt, aber mehr, weil er sich minimal bewegt und nicht, weil das Gewicht so groß gewesen wĂ€re. Das störte mich gar nicht. Ich habe nur festgestellt, dass ich mich im Schulterbereich etwas verkrampft habe, aber ich glaube, das ist eine Sache der Gewöhnung und hat sich vermutlich nach 10 LĂ€ufen auch erledigt. Die losen Enden der Feststellgurte ließen sich auch gut „verstauen“ oder sonstwie befestigen, sodass da nix mehr rumbaumelte außer dem Trinkschlauch. Und der hat mich ĂŒberhaupt nicht genervt.

Da ich nun mal mein eigenes Wasser dabei hatte, wollte ich auch gleich mal das Trinken testen. Der erste Schluck war … eiskalt  😐  Ich hatte angenommen, dass das Wasser durch meine KörperwĂ€rme eher lau wĂ€re, nix da! Mein Bruder hat mir im Nachhinein den Tipp gegeben, warmes bis heißes Wasser einzufĂŒllen. Das muss ich beim nĂ€chsten Mal testen, wie lange das warm bleibt. Da ich eh nur noch zwei Kilometer von zu Hause entfernt war, konnte ich aber weiter „trinken ĂŒben“, denn sollte ich durch das kalte Wasser MagenkrĂ€mpfe bekommen, war das Klo ja nicht mehr weit. Das Trinken aus dem Schlauch selbst funktionierte einwandfrei – kein Verschlucken oder Ähnliches.

Ich bin dann tatsĂ€chlich ohne MagenkrĂ€mpfe zu Hause angekommen (allerdings habe ich in den letzten zehn Minuten die Trinkblase auch nicht komplett geleert, sondern nach zehn Schlucken beschlossen, das reicht fĂŒr den Anfang, und das restliche Wasser lieber ins SpĂŒlbecken gekippt). Auch das Reinigen der Trinkblase hat mich jetzt nicht vor große Probleme gestellt. Ich werde da vermutlich öfter mal ’ne Gebissreinigertablette drin auflösen. Das hatte ich bereits vor dem ersten Gebrauch gemacht, dabei ist nichts kaputt gegangen, also scheint die Blase das abzukönnen.

Fazit: FĂŒr den gĂŒnstigen Preis (ca. 20 Euro) auf jeden Fall eine komfortable Möglichkeit, Wasser selbst mitzutragen. Das mit der Wassertemperatur muss ich noch testen. Und auch, wie der Trinkrucksack sitzt, wenn ich weniger Schichten anhabe. Aber jetzt im Moment wĂŒrde ich sagen, der Rucksack begleitet mich auf meinen ersten Halbmarathon Mitte Mai.

 

*Decathlon ist ein SportartikelhĂ€ndler aus Frankreich, der zahlreiche gĂŒnstige Eigenmarken sowie Markenprodukte vertreibt. Meine nĂ€chste Filiale ist (noch) in Hannover, ab 2016 soll es auch eine in Hamburg geben.